Der Landesparteitag der SPD Hamburg möge beschließen:
Der Hamburger Senat wird aufgefordert,
- sofort ein Seniorenticket zu einem reduzierten Preis für alle Hamburger*innen ab dem 67. Lebensjahr / gesetzliches Renteneintrittsalter einzuführen.
- den Sozialrabatt für das Deutschlandticket für weitere Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen.
Bevor das Deutschlandticket eingeführt wurde, konnten die Hamburger Seniorinnen und Senioren mit einem Seniorenticket für 54,00 Euro monatlich den ÖPNV im HVV-Gebiet der Ringe A/B nutzen. Bei Einführung des Deutschlandticket wurden alle Senioren-Abos automatisch zu einem Deutschlandticket. Ein HVV-Seniorenticket für die Ringe A/B im Hamburger Verkehrsverbund gibt es seitdem nicht mehr.
Seit der Erhöhung des Preises für das Deutschland-Ticket am 01.01.2025 auf 58,00 Euro zahlen die Hamburger Seniorinnen und Senioren im HVV vier Euro mehr als vor Einführung des Deutschlandtickets. Die erneute Erhöhung ab voraussichtlich 01.01.2026 auf 63,00 Euro wird dazu führen, dass noch weniger Seniorinnen und Senioren das Ticket nutzen werden.
Das Deutschlandticket wird bisher lediglich von 13 Prozent aller Hamburger Seniorinnen und Senioren genutzt. Es bleiben 87 Prozent der 430.000 Hamburger Seniorinnen und Senioren, die dieses Ticket nicht nutzen.
Die Aussage, dass der Mehrwert des Deutschlandtickets darin besteht, dass das Ticket nicht nur im Hamburger Verkehrsverbund, sondern im ganzen Bundesgebiet genutzt werden kann ist zwar richtig, aber der überwiegende Teil der Hamburger Seniorinnen und Senioren ist aus Altersgründen, die häufig mit Mobilitätseinschränkungen einhergehen, im Stadtgebiet und nicht mit dem Regionalverkehr in der Republik unterwegs.
Sehr viele Hamburger Seniorinnen und Senioren müssen stark auf ihr Geld achten. Sie benötigen dringend ein bezahlbares Ticket. Sie nutzen Bus und Bahn, um in das Einkaufszentrum für den Einkauf des täglichen Bedarfs zu kommen, denn bei den wenigsten ist der Supermarkt oder der Wochenmarkt direkt vor der Haustür. Der Besuch in Arzt- und Rehapraxen, Senioren-Treffs, Besuche von Freunden oder Familienmitgliedern, das alles erfordert die Nutzung des Hamburger ÖPNVs.
Menschen, die nicht mehr mobil sind, bleiben vermehrt in ihrem Zuhause. Soziale Kontakte finden nicht mehr statt. Wir beklagen häufig, dass so viele ältere Hamburgerinnen und Hamburger der Vereinsamung ausgesetzt sind. Dabei wird völlig unterschätzt, dass eine eingeschränkte Mobilität, weil das Geld für eine teure Fahrkarte im ÖPNV fehlt, genau dazu führen kann.
Den Bergedorfer 60plus Mitgliedern liegt eine Neiddebatte fern. Aber:
Das Deutschland Jobticket kostet zurzeit 40,60 Euro, wobei der Arbeitgeber-Mindestzuschuss 14,40 Euro beträgt.
Das Deutschland Semesterticket für Studierende beträgt zurzeit 34,80 Euro im Monat. Für denselben Betrag im Monat können Auszubildende ein Ticket kaufen.
Schülerinnen und Schüler fahren weiterhin kostenlos.
Die Hamburger Seniorinnen und Senioren zahlen für dasselbe Ticket 58,00 Euro und bald 63,00 Euro.
Wir fragen, ist das gerecht?
Wir fordern den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg auf, seinem Wahlversprechen nachzukommen, ein günstiges Seniorenticket einzuführen und dieses bis spätestens mit der anstehenden Erhöhung des Deutschlandtickets auf 63,00 Euro umzusetzen.