2026/I/Verk/5 Kreisverkehre als Standardlösung – Bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen oder Neubauten in Hamburg vorrangig Kreisel statt Ampelkreuzungen prüfen

Status:
Nicht Abgestimmt

Der Landesparteitag möge zur Weiterleitung an den Landesparteitag der SPD Hamburg, die Bürgerschaftsfraktion und die sozialdemokratischen Senatsmitglieder beschließen:

Die SPD Bürgerschaftsfraktion und die sozialdemokratischen Senatsmitglieder werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass

  1. Bei allen Straßenneubauten und grundlegenden Sanierungen von Kreuzungen in Hamburg standardmäßig geprüft wird, ob anstelle einer signalgesteuerten Kreuzung ein Kreisverkehr realisiert werden kann,
  2. Diese Prüfung in einer geeigneten Form in die Vorplanungsverfahren in die Planungsverfahren integriert wird und eine Ampellösung nur dann umgesetzt wird, wenn gewichtige verkehrliche oder räumliche Gründe gegen einen Kreisverkehr sprechen,
  3. Die Bezirke bei der Planung und Umsetzung von Kreisverkehren durch die zuständigen Fachbehörden unterstützt werden und
  4. Ein Konzept zur Umgestaltung von bestehenden Ampelkreuzungen zu Kreisverkehren im Rahmen von städtebaulichen Planungen aufgenommen wird, z. B. bei den Magistralenkonzepten.
Begründung:

Kreisverkehre haben sich in Hamburg bereits an prominenten Stellen wie dem Klosterstern und dem Horner Kreisel bewährt. Sie bieten gegenüber ampelgesteuerten Kreuzungen erhebliche Vorteile für eine moderne, klimabewusste und sichere Stadt.

Der kontinuierliche Verkehrsfluss ohne Stop-and-Go reduziert die CO₂-Emissionen um 20 bis 35 Prozent (Insurance Institute for Highway Safety). Gleichzeitig sinkt die Lärmbelastung um 1 bis 4 dB(A) – eine Verringerung um 3 dB(A) entspricht dabei einer Halbierung der Schallintensität. Das Umweltbundesamt bestätigt diese positiven Effekte durch den verbesserten Verkehrsfluss und den Wegfall lärmintensiver Anfahrvorgänge.

Besonders überzeugend ist die Verkehrssicherheit: Studien der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) belegen eine Reduktion schwerer Unfälle um über 70 Prozent. Die niedrigeren Geschwindigkeiten eliminieren gefährliche Frontal- und T-Kollisionen. Auch Fußgänger und Radfahrende profitieren von klareren Verkehrsführungen und sichereren Querungsmöglichkeiten.

Wirtschaftlich zeigen Kreisverkehre trotz höherer Baukosten klare Vorteile: Sie sind praktisch wartungsfrei, benötigen keinen Strom und funktionieren ausfallsicher ohne Technik. Die Amortisationszeit liegt bei 5 bis 10 Jahren. Die Mittelinsel bietet zudem Raum für Grünflächen, die zur Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität beitragen.

Viele europäische Städte, insbesondere in den Niederlanden und Frankreich, setzen bereits erfolgreich auf Kreisverkehre als Standardlösung. Hamburg sollte diesem bewährten Weg folgen und bei allen Neuplanungen die ökologischen, sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Vorteile von Kreisverkehren konsequent nutzen.

Überweisungs-PDF: