2026/I/Soz/7 Orange The World – Gewalt gegen Frauen in allen Stadtteilen Hamburgs adressieren und erfolgreich bekämpfen

Status:
Nicht Abgestimmt

Der Landesparteitag möge beschließen, die SPD Bürgerschaftsfraktion und die sozialdemokratischen Senatsmitglieder werden aufgefordert in Zusammenarbeit mit der Organisation UN Women Deutschland, so auf die zuständigen Behörden einzuwirken, dass

  1. Hinweise für Hilfsangebote an Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, auf digitalen Anzeigetafeln in Außenflächen an vielbefahrene Straßen, Verkehrsknotenpunkten, sowie in den Zügen des HVV und dessen Bahnhöfen im ganzen Stadtgebiet regelmäßig angezeigt werden – auch außerhalb des Aktionszeitraums „Orange The World“,
  2. Sitzbänke in der Aktionsfarbe Orange mit Hinweisen für Hilfsangebote im gesamten Stadtgebiet innerhalb des Aktionszeitraums aufgestellt werden, also auch in nicht zentral gelegenen Stadtteilzentren,
  3. die dauerhafte Sichtbarkeit von Hilfsangeboten über den Aktionszeitraum hinaus soll sichergestellt werden. Dafür soll auf öffentlichen Toiletten und Toiletten für Frauen in öffentlichen Dienststellen der Stadt durch z.B. Aufkleber über Hilfsangebote informiert werden,
  4. die Wanderausstellung „Was ich anhatte“ in einem öffentlich zugänglichen Gebäude der Stadt Hamburg, wie zum Beispiel den Bezirksämtern, gezeigt wird.
Begründung:

In Deutschland tötet alle zwei bis drei Tage ein Mann seine (Ex-)Partnerin; fast jeden Tag gibt es einen Tötungsversuch; fügt ein Mann alle 4 Minuten seiner (Ex-)Partnerin Gewalt zu; erleben 63 % der politisch engagierten Frauen digitale Gewalt; empfinden 90 % der jungen Frauen starke bis extreme Angst, wenn sie nachts unbekannten Männern begegnen (https://unwomen.de/orange-the-world/). Die Aktion der UN Women Deutschland „Orange The World“ zielt darauf ab, auf die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen, Mädchen und queere Personen aufmerksam zu machen und rufen zur Beendigung dieser Gewalt auf. Der Aktionszeitraum verläuft jedes Jahr vom 25. November bis zum 10. Dezember (Tag der Menschenrechte).

In Hamburg wird Gewalt gegen Frauen Jahr für Jahr immer deutlicher adressiert und bekämpft. Es gibt eine breite Beteiligung der Stadt und der Zivilgesellschaft an Aktionen, die darauf zielen einen größeren öffentlichen Fokus auf das Thema zu richten. Der Kampf gegen die Gewalt an Frauen bedingt verschiedene Maßnahmen. Neben frühzeitiger Gewaltprävention an Schulen, konsequenter Strafverfolgung, Schutzmaßnahmen und niedrigschwelligen Beratungsangeboten für Betroffene, gehört hierzu ebenfalls eine breite Aufklärungskampagne. Nicht nur für zwei Wochen im Jahr muss auf das Thema und mögliche Hilfsangebote für Frauen hingewiesen werden. Die Stadt Hamburg hat u.a. über die bestehenden digitalen Anzeigeflächen im kompletten Stadtgebiet die Möglichkeit das gesamte Jahr über dieses Thema zu adressieren.

Zum Aktionszeitraum von „Orange The World“ im vergangenen Jahr 2025 wurde an einigen Bezirksämtern, am Bahnhof Dammtor und an einigen Polizeikomissariaten eine in Orange gefärbte Sitzbank aufgestellt, die auf Hilfsangebote für Frauen hingewiesen hat. Auffällig durch die Farbe und als beliebtes Fotomotiv hat das Aufstellen dieser Bänke zu mehr Awareness beigetragen. Diese oder ähnlich wirksame Aktionen sollen zukünftig nicht nur vereinzelt in der Stadt zu finden sein, sondern auch im gesamten Stadtgebiet ausgeweitet werden.

Die Ausstellung „Was ich anhatte“ (https://wasichanhatte.de) thematisiert sexualisierte Gewalt, indem sie Kleidungsstücke zeigt, die Betroffene zum Zeitpunkt des Übergriffs getragen haben, ergänzt durch ihre persönlichen Geschichten. Sie macht deutlich, dass Kleidung niemals Ursache oder Rechtfertigung für Gewalt ist, und richtet den Fokus auf die Erfahrungen, Gefühle und die Stärke der Betroffenen. Ziel der Ausstellung ist es, Vorurteile abzubauen, zu sensibilisieren und zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen. Die Ausstellung sollte in Hamburg gezeigt werden, weil sie eindrücklich für sexualisierte Gewalt sensibilisiert, Vorurteile abbaut und zu gesellschaftlichem Dialog in einer weltoffenen Großstadt beiträgt.

Überweisungs-PDF: