Der Landesparteitag der SPD Hamburg möge beschließen:
Die sozialdemokratischen Mitglieder der Hamburgischen Bürgerschaft setzen sich dafür ein, dass ein hamburgweiter Feiertag zum Anlass des internationalen feministischen Kampftags am 8. März erlassen wird.
Der internationale feministische Kampftag (auch „Weltfrauentag“) ist mehr als „Rosen zu bekommen“ und „vielleicht einen Ehemann, der mal das Geschirr in die Spülmaschine räumt“. Der 8. März erinnert international an den Einsatz für die Gleichstellung aller Geschlechter und treibt den Kampf zur gesellschaftlichen Befreiung vom Patriarchat. Zivilgesellschaftliche Initiativen, Gewerkschaften und Parteijugenden gehen jedes Jahr in einem breiten Bündnis auf die Straßen, machen den Kampf sichtbar, machen auf bestehende Machtverhältnisse aufmerksam und reflektieren den Stand der Gleichstellung kritisch.
Trotz wichtiger Fortschritte bestehen weiterhin strukturelle Ungerechtigkeiten. Geschlechtlich marginalisierte Gruppen sind überdurchschnittlich oft von Einkommensungleichheit, unbezahlter Carearbeit und patriarchaler Gewalt betroffen. Letztes Jahr wurden 98 Femizide begangen. Frauen werden umgebracht, weil sie Frauen sind. Jeden Tag wird ein Femizid versucht. Jede dritte Frau wird in ihrem Leben mindestens einmal Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt. Die Liste geht weiter und das Leid endet nicht. Das sind keine Einzelfälle, keine Ehedramen, keine Überinterpretation, sondern ein System.
Ein gesetzlicher Feiertag zum 8. März trägt diesen Realitäten Rechnung und erkennt die Bedeutung von Gleichstellung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sichtbar an. Aufgrund der Entbindung von Lohnarbeit am Feiertag entsteht ein Raum für Informationen, Dialog und gesellschaftliche Auseinandersetzung und trägt dazu bei, dass Gleichstellung, Chancengerechtigkeit und Gewaltprävention stärker in den öffentlichen Diskurs integriert werden.
Länder wie Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben den 8. März bereits als gesetzlichen Feiertag eingeführt und damit ein Zeichen für die gesellschaftliche Relevanz dieses Tages gesetzt. Eine entsprechende Regelung in Hamburg würde eine Gleichstellung mit anderen Bundesländern herstellen und die Bedeutung des 8. März institutionell unterstreichen.
Der 8. März ist damit genau das richtige Signal der Anerkennung für die historischen Errungenschaften früherer Frauen- und Emanzipationsbewegungen ebenso wie für die weiterhin bestehenden Herausforderungen.